4.2          Haubenlerche , Galerida cristata

 
Status:
Als Brutvogel verschwunden nach 1912,
sehr seltener Durchzügler
 
Brutverbreitung im Landkreis Ravensburg:
Im letzten Jahrhundert offenbar Brutvogel, z.B. im Bahnhofsgelände von Ravensburg. In den Jahresheften des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg wird die Haubenlerche noch als häufig bezeichnet, und es werden auch Wintervorkommen beschrieben. Noch 1912 nennt A. Völkle die Haubenlerche einen ziemlich häufigen Standvogel [i] . W. Bacmeister erwähnt die Haubenlerche nicht in seinen Aufzeichnungen für Ratzenried, wo er zwei Jahrzehnte bis 1945 lebte (Schneider, 1994) [ii] .
 
Jahreszeitliches Auftreten:
Die wenigen genau datierten Beobachtungen stammen vom Heimzug zwischen Anfang Februar und Anfang April, eine Beobachtung aus dem Juni.
 
3.2.1953 2 Ex.        Wurzach (A.Schneider)
8.3.1958  1 Ex.        Weingarten, Sennwiesen (R.Ortlieb)
7.2.1964  2 Ex.        Wurzach (Schneider, 1994)
2.4.1970  1 Ex.        Wangen, Hinteres Ebnet (G.Lang)
1.3.1978  1 Ex.        Waltershofen, unter Feldlerchen am Straßenrand (AGN)
12.6.1979               1 Ex.        Gießen (M.Finkenzeller)
14.2.1993               1 Ex.        Pfrunger Ried, ziehend (R.Mörike)
7.2.1997  1 Ex.        Industriegebiet Memmingen (U.Grösser)
 
Fragestellungen/Anregungen:
Die Haubenlerche ist wohl häufiger im Kreis auf dem Durchzug, als dies die Beobachtungen widergeben. Vermutlich befinden sich in größeren Lerchenschwärmen öfters auch Haubenlerchen. Allerdings gibt es auch vom Bodenseegebiet zwischen 1981 und 1997 nur drei Beobachtungen (Heine et al. 1998).
   


[i] Völkle A. (1912): zitiert in: Naturschutz, BNO, Jhg. 22, 1992/93 (1994)

[ii] Schneider, A. Mitteilungen des Bund Naturschutz Oberschwaben            

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