4.3          Heidelerche , Lullula arborea
 

Status:
Regelmäßiger Durchzügler, Mitte Februar bis Ende März sowie Ende September bis Ende Oktober.
Früher möglicherweise Brutvogel.
 
Brutverbreitung im Landkreis Ravensburg:
Jacoby et al. (1970) [i] nennt ein Brutvorkommen bei Weingarten. Auf dem Truppenübungsplatz Nessenreben hielt sich jeweils zur Brutzeit in den Jahren 1960-1962 regelmäßig ein singendes Männchen auf. Hier gelang noch am 5.6.1966 eine Beobachtung von 2 Ex. (R.Ortlieb). Hölzinger (1987) [ii] wertet dieses Vorkommen als Brutverdacht. Er bezeichnet Oberschwaben und das Württembergische Allgäu als die einzige größere Verbreitungslücke der Heidelerche in Baden-Württemberg.
 
Lebensraum/Habitat:
Den Habitatansprüchen der Heidelerche würden im Kreis Ravensburg viele aufgelassene bzw. im Abbau befindliche Kiesgruben entsprechen. Im benachbarten Bodenseekreis hat sich in Kiesgrubenflächen des Tettnanger Waldes eine kleine Population von 2-3 Brutpaaren angesiedelt (Heine et al. 1998) [iii] .
Vermutlich sind die hohen Niederschlagsmengen in großen Teilen des Landkreises der Faktor, der eine Besiedelung verhindert.
 
Jahreszeitliches Auftreten:
Basierend auf 123 Beobachtungen, davon 42 Beobachtungen auf dem Heimzug (205 Ex.) und 81 Beobachtungen (436 Ex.) auf dem Wegzug ergeben sich folgende Medianwerte.        Heimzug:               5.3.
                                                              Wegzug:               16.10.
Der Median für den Heimzug liegt ca. eine Woche früher als der Wert für ganz Baden-Württemberg. Der Wert für den Wegzug liegt fast exakt am gleichen Tag wie bei Hölzinger (1987) für Baden-Württemberg (15.10.). Er deckt sich auch nahezu mit den Daten der Planbeobachtungen aus dem Eriskircher Ried (13.10.) für den Zeitraum von 1978-1981 (Schuster et al. 1983).
Die jahreszeitlich früheste Beobachtung stammt vom 13.2.1993 aus einer Kiesgrube bei Feld (Ornika) [iv] , die späteste vom 26.11.72 aus dem Pfrunger Ried (R.Mörike).
Eine Überwinterung ist von einer Futterstelle in Weingarten belegt. Dort hielt sich ein Vogel vom 1.12.1966 bis 6.2.1967 auf (R.Ortlieb & P.Schmid in Hölzinger, Knötzsch, Kroymann & Westermann 1970).
 

Abb. 1 Pentadensummen der Heidelerche

Neben vielen Beobachtungen von Einzelexemplaren gibt es auch größere Zugtrupps: (Reihenfolge der fünf größten Trupps )  
17.10.1995                             35 Ex.      Wangen, Ortsteil Gehrenberg, ziehend (K.-H.Siebenrock)
10.11.1991                             35 Ex.      Oberwagenbach (Ornika1991)
28.2.1988                               30 Ex.      Föhrenried (Ornika1988)
13.10.1974                             28 Ex.      Ulzhausen, ziehend (R.Mörike)
19.10.1997                             21 Ex.      Mehlishofen Weiler (Ornika1997)
 
Fragestellungen/Anregungen:
Auf eine mögliche Besiedelung des Kreises Ravensburg durch diese Art müßte besonders geachtet werden. Dazu wären systematische Kontrollen an potentiellen Besiedelungsflächen wie z.B. Kiesgruben durchzuführen.
 
Außerdem sind weitere Zugplanbeobachtungen erwünscht. In den letzten Jahren wurden solche Zugplanbeobachtungen intensiviert und an folgenden Stellen durchgeführt: Felder See (Kiesgrube Grenis), Skihang bei Isny, Kögelegg (Ratzenried-Argenbühl), Siggener Höhe und auf der Berger Höhe (Wangen).
 



[i] Jacoby, Harald et al.(1970): Die Vögel des Bodenseegebietes

[ii] Hölzinger, Jochen (1987):Die Vögel Baden Württembergs, Bd 1, Teil 2, S.1157-1159

[iii] Heine, Georg et al.(1998): Die Vögel des Bodenseegebietes

[iv] Lechner, Martin (1994): Ornika 1993

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